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Das Buch zur Euro-Krise: "Zwangsumtausch"

  Berlin/Frankfurt am Main – Zehn Jahre lang hat der Journalist und Politikwissenschaftler Jens Peter Paul an dieser Studie gearbeitet, 1448 Fragebögen an Abgeordnete verschickt und ihre Antworten ausgewertet, unzählige Plenarprotokolle gesichtet und analysiert und 32 zum Teil sehr ausführliche Interviews (unter anderem mit Kohl, Schäuble, Genscher, Lafontaine, Waigel, Tietmeyer) geführt – dies alles, um eine möglichst exakte Rekonstruktion der deutschen Entstehungsgeschichte des Euro als Dissertation und anschließend, in überarbeiteter Form, als Monographie für den Wissenschaftsverlag Peter Lang schreiben zu können. 

 

  Daß eine Krise kommen würde, davon war der Autor schon bald nach Beginn seiner Recherchen überzeugt. Nicht, weil die Idee an sich schlecht gewesen sei, sondern wegen des haarsträubenden, allen Demokratie-Idealen widersprechenden Verfahrens ihrer Durchsetzung, die dem Volk später als „vorbildliches Beispiel politischer Führung gegen eine Mehrheit in der Bevölkerung“ (Angela Merkel) verkauft wurde. Helmut Kohl muß nun zuschauen, wie sein Lebenswerk den Bach hinuntergeht und sein „Mädchen“ inzwischen regelmäßig die Wahl hat zwischen Pest (Sprengung der EU) und Cholera (Verlust ihrer Regierungsmehrheit). Das Drama um die Zypern-"Rettung" lieferte weitere Eindrücke, wie es mit dem Zerfall der Euro-Zone weitergehen wird.

 

  Um den Abschied von der D-Mark gegen alle Widerstände durchzusetzen, habe er 1997 seinen Plan aufgegeben, Wolfgang Schäuble Platz zu machen („Das hätte der Schäuble nicht gepackt“), und sehenden Auges schmerzhafte Stimmenverluste bei der Bundestagswahl 1998 in Kauf genommen („Davon geht doch die Welt nicht unter“), sagt Altkanzler Helmut Kohl in einem langen, hier erstmals dokumentierten Interview. 

 

  Theo Waigel gibt zu, Edmund Stoiber durch eine nächtliche Rücktrittsdrohung in letzter Minute von einem Nein gegen den Euro (im Bundesrat) abgehalten zu haben: ,,Das hätte meine CSU zerrissen“. Oskar Lafontaine schildert, warum er Kohl bei seinem Prestigeprojekt Flankenschutz gab – dezent, aber verläßlich – und seine besorgte SPD, in der der Euro keineswegs populär war, einschließlich Gerhard Schröder unter Kontrolle hielt. Ohne Lafontaine, diese These ist nach Lektüre dieses quellengesättigten Politkrimis nicht mehr verwegen, hätte Kohl den Deutschen ihre geliebte D-Mark nicht wegnehmen können, hätten wir das neue Geld nicht.

 

  Der Euro war ein Projekt der deutschen Eliten. Auf sie richtete sich alle Überzeugungsarbeit, und nachdem die Bundesregierung sie auf ihre Seite gezogen hatte (der Switch geschah um den Jahreswechsel 1995/96) und die Medien, die die eigentliche heiße Phase 1991 komplett verschlafen hatten, ihnen folgten, blieb eine verunsicherte und ratlose Bevölkerung ohnmächtig zurück, die die Opferung der D-Mark zugunsten Europas als „Perpetuierung deutscher Sühne“ (IFM Institut Freiburg) empfand (eine These, die später unbeholfen aufgegriffen wurde von Thilo Sarrazin), worin sie sich angesichts der Anfeindungen, denen sich Deutschland inzwischen aus den in Not geratenen Völkern ausgesetzt sieht, nur zu bestätigt sehen dürfte.

Auszug aus einer Pro-Euro-Schrift von 1995

 Was wir seit mittlerweile drei Jahren erleben mit den Reaktionen, Wetten und Ausweichmanövern der Finanzmärkte, die die Politiker zur Verzweiflung treiben und ihnen als Zielscheibe ohnmächtigen Zorns dienen, ist nichts anderes als eine nachgeholte, heillos verspätete, mit irrationalen und kindlichen, ja kindischen Zügen behaftete Ersatz-Demokratisierung der damaligen Entscheidungen über die Einführung des Euro. Das hätte man besser haben können.


   Hätte der Deutsche Bundestag in den 90er Jahren seinen Job gemacht, anstatt sich von der Exekutive treiben zu lassen, hätte sich die Bundesregierung zu einem Referendum über die Europäische Währungsunion durchgerungen (Kohl: "Eine Volksabstimmung hätte ich doch verloren, und zwar im Verhältnis 7 zu 3!"), was die Eliten zu einer endlich ernsthaften Auseinandersetzung mit der Bevölkerung über das Thema gezwungen hätte - diese Katastrophe, die jetzt ihren Lauf genommen hat und Europa auf den Stand von 1957 oder schlimmer zurückzuwerfen droht, wäre uns erspart geblieben.


   Die Währungsunion wäre zwar sicherlich mit und nach einer Volksabstimmung in Deutschland anders ausgefallen - kleiner, strenger, wahrscheinlich auch einige Jahre später, vielleicht erst 2010 - , aber sie wäre ebenfalls gekommen. Klüger. Und vor allem dauerhafter. Details zum Buch und der mentalen Verankerung des Euro auch im Artikel von Peter Ehrlich in der Financial Times Deutschland.

   Die Einführung des Euro war kein Naturereignis, sondern in Deutschland Ergebnis eines an vielen Stellen fragwürdigen politischen Prozesses. In diesem Buch wird er anhand der Schilderungen maßgeblicher Akteure (unter anderem wurden mit ihnen 32 ausführliche Interviews geführt) erstmals exakt beschrieben und mittels vieler bislang unveröffentlichter Quellen dokumentiert.

 

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  Redaktionen und Journalisten können hier ein Besprechungsexemplar anfordern.
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Der deutsche Weg zum Euro war ein politisches Abenteuer voller Tücken und Machtspiele:
» Ein Außenminister, der einen arglosen Bundesbankchef seine Bundesbank entmachten läßt.
» Medien, die das Thema verschlafen und erst Alarm schlagen, als das Ende der D-Mark bereits nicht mehr aufzuhalten ist.
» Ein Ministerpräsident, der nachts vor der Wahl steht, das Ende der D-Mark abzunicken oder seine CSU zu zerlegen.
» Ein Zentralbankrat, der die Euro-Konstruktion als morsch durchschaut, sich aber nicht traut, Helmut Kohl zu stoppen.
» Ein SPD-Chef, der den Euro in Baden-Württemberg als Wahlkampfthema testet und scheitert.
» Ein schlingernder Kanzler, der von einer ganz großen Koalition in der Spur gehalten werden muß.
» Verängstigte Bürger, die ihre machtlosen Abgeordneten bestürmen, doch deren Vordenker wollen davon nichts wissen.
» Banken, die aus der Verunsicherung der Menschen ein dickes Geschäft mit "inflationssicheren Anlagen" machen.
» Ein Bundestag ohne Chance, nach 1992 tatsächlich noch Einfluß auf die Geschichte zu nehmen.
» Ein französischer Präsident, der im Dezember 1989 schwache Momente des Bundeskanzlers erkennt und konsequent ausnutzt.
Wer wissen will, wie den Deutschen ihre heilige D-Mark in einem beispiellosen, 15 Jahre dauernden Verfahren zentimeterweise abgerungen wurde, wird in diesem Dokument der Zeitgeschichte fündig. Sollte die Währungsunion eines Tages scheitern – hier sind die Ursachen nachzulesen.
Und es zeigt, warum die deutsche Politik exakt vor jener Situation so viel Angst hat, die nun eingetreten ist:
Zahlen für das Ausland - oder die Währungsunion zerbricht. 

Zeitungsanzeige mit Pro-Euro-Testimonial von 1996

Aus dem Inhalt:


Deutschlands Weg in die Währungsunion:

Hätte der Bundestag die D-Mark retten können?

Pöhl erledigt aus Versehen seine Währung und seine Bundesbank.

Kohl: Mein Verzicht zugunsten von Schäuble fiel aus für den Euro.

Bundesbürger sehen das neue Geld als Fortsetzung deutscher Sühne für Auschwitz.

Wollte Kohl 1997 alles aufgeben?

Wider besseres Wissen macht Zentralbankrat 1998 auch für Italien und Belgien den Weg frei.

Waigel bringt Stoiber in letzter Minute brutal auf Kurs.

 

Jens Peter Paul: Zwangsumtausch. Wie Kohl und Lafontaine die D-Mark abschafften. 344 Seiten, gebunden, 49,80 € (D) / 51,20 € (A) / 72,95 US-Dollar / 41,90 £ / 73,00 sFr

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung
2.1 Der Euro hat einen Geburtsfehler – na und?
2.2 Beschreibung des Studiengegenstands
2.3 Untersuchungs- und Recherchemethoden
2.4 Entstehung und Arbeitsbedingungen
2.5 Vorläufer der Europäischen Währungsunion
2.6 Geldkreislauf – eine nie endende Volksabstimmung
2.7 Gesellschaftliche Brisanz der Währungsfrage
2.8 Geldbesitz als Frage der persönlichen Sicherheit
2.9 Europapolitik des Bundestages geht am Stock
2.10 Hätten die Abgeordneten die D-Mark retten können?

3. Das Versagen der demokratischen Öffentlichkeit
3.1 Stabile Ablehnung der Währungsunion in der Bevölkerung
3.2 Medien kamen mit dem Thema Jahre zu spät
3.3 „Nach Auschwitz darf niemand mehr gegen Europa sein“
3.4 Kritische Journalisten bekamen Probleme

4. Ursprung von Mißtrauen: Kohl und Mitterrand
4.1 „Ein Entschluß gegen deutsche Interessen“
4.2 Pöhl erledigt aus Versehen D-Mark und Bundesbank
4.3 Garstige Partner: Kanzler in Paris den Tränen nahe
4.4 Mitterrand läßt Kohl mit Politischer Union auflaufen
4.5 Ratlose Unterhändler ohne Weisungen aus Bonn
4.6 Kohl: Mitterrand konnte deutsche Einheit nicht blockieren
4.7 Genscher gegen eine neue Dolchstoßlegende
4.8 Für Frankreich unterdrücken sie ihre Angst vor dem Wähler

5. „Das hätte der Schäuble nicht gepackt“
5.1 Kohl: Mein Amtsverzicht fiel aus wg. Währungsunion
5.2 Eine sehr persönliche Niederlage gegen Schröder
5.3 Hat der Euro den Machtwechsel 1998 mitverursacht?
5.4 Mißratener Führungsversuch, gelungene Führungsleistung

6. Unbeholfene Kampagnen gegen Skepsis der Bevölkerung
6.1 Wie wirbt man für eine Währung, die es noch nicht gibt?
6.2 Weigerung des Bundesbankpräsidenten führt zum Eklat
6.3 Banken nutzen Verunsicherung der Bevölkerung aus
6.4 Euro-Fans wird der MMWI-Fonds verkauft
6.5 Glos: Der Euro macht alle Deutschen ärmer
6.6 Aufklärungsversuche laut Duisenberg gescheitert
6.7 Angst als Kommunikationsbeitrag nicht gefragt
6.8 Der Euro als Perpetuierung deutscher Sühne

7. Währungsunion droht an Deutschland zu scheitern
7.1 Kriterienstreit bringt Bonner Koalition in Bedrängnis
7.2 Hilflos gegenüber dem Haushaltsdefizit
7.3 Wollte Kohl den Euro im Frühjahr 1997 aufgeben?

8. Avanti dilettanti: Waigel holt sich blutige Nase
8.1 Das Gold der Bundesbank – Verlockung für Finanzminister
8.2 „Angst kann Deutschland sich nicht erlauben“

9. Kohls Revanche: Bundesbank wird zur Kronzeugin
9.1 Wider besseres Wissen gibt Zentralbankrat Weg frei
9.2 Biedenkopf hält als einziger dagegen
9.3 Waigel: Beinahe wäre es in Amsterdam noch gescheitert
9.4 Des Kanzlers Kalkül geht auf

10. Herbe Niederlage bringt SPD auf Euro-Kurs
10.1 Linke unschlüssig über Charakter der Währungsunion
10.2 Schröder triumphiert: Endlich wieder ein nationales Thema
10.3 Spöri testet Wahlkampftauglichkeit des Projekts
10.4 Schröder muß Skepsis für seine Kanzlerschaft beerdigen
10.5 Kanzleramt: Die SPD hat uns nicht im Stich gelassen

11. Bitterer Streit in der CSU um den Euro
11.1 Stoiber als tragischer Hauptkritiker der Währungsunion
11.2 Brüchiger Burgfrieden zwischen München und Bonn
11.3 Überraschende Wende in letzter Minute

12. Die Wahrnehmung der Abgeordneten
12.1 Erkenntnisinteresse und Erhebungsdesign
12.2 Antworten der Abgeordneten
12.3 Fragebogen-Auswertung und Schlußfolgerungen

13. Kein Ruhmesblatt der deutschen Demokratie
13.1 Zusammenfassung
13.2 Schlußfolgerungen
13.3 Abstract

14. Dokumentation
14.1 Anmerkungen
14.2 Literaturverzeichnis
14.3 Interviewverzeichnis
14.4 Interview mit Helmut Kohl
14.5 Interview mit Oskar Lafontaine
14.6 Interview mit Theo Waigel
14.7 Sprechzettel Waigels für Madrider EU-Gipfel 1995 (Auszug)
14.8 Memorandum von H.-D. Genscher vom 26. Februar 1988
14.9 Storyboard für Kinospot (von Mannstein, Auszug)
14.10 Entwürfe Euro-Werbung (Bauhaus-Universität Weimar)
14.11 Namenregister
14.12 Abkürzungsverzeichnis
14.13 Autor

 


Auszug aus einer Euro-"Aufklärungsbroschüre" von 1996
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